Pessach

Wenn ich Brot backe, finde ich es jedes Mal aufs Neue faszinierend, wie durch ein bisschen Hefe der Teig wächst und wächst, brodelt und blubbert – und irgendwie lebendig zu sein scheint. Was hier passiert, lässt sich heute natürlich alles durch die Wissenschaft erklären. Aber die hohe Symbolkraft des Sauerteigs ist noch lange nicht verloren!

Irgendwie scheint hier im Verborgenen etwas vorzugehen, was sich – wenn es einmal begonnen hat – nicht mehr aufhalten lässt. Ein Prozess, der den ganzen Teig durchdringt und ja sogar seine Identität ausmacht. Wenn man einen “normalen” Teig mit etwas Sauerteig vermischt, dann wird der ganze Teig zum Sauerteig!

In der Bibel steht dieser Sauerteig für Sünde oder für Irrlehren. Wie schnell passiert es: Man denkt darüber nach, auch wenn man eigentlich weiß, dass es nicht stimmt – und schon hat es die Macht über einen erlangt. Und wie schwer fällt es, wieder umzukehren, wenn man einmal in Sünde verstrickt ist. Ziemlich schnell breitet sich so ein Sauerteig der Sünde in meinem Leben aus. Und ebenso schnell zieht eine Irrlehre in einer Gemeinde ihre Kreise, wenn man ihr einmal die Türe geöffnet hat.

Schon zur Zeit der Tora war dieses Bewusstsein da: Gesäuerte Brote durften nur in Ausnahmen im Tempel geopfert werden. Sie waren nicht rein und nicht heilig – sie standen für die Unvollkommenheit und Sünde des Menschen. Zu Gott kann aber nur derjenige kommen, der rein und heilig ist. Derjenige, der sich vom Sauerteig der Sünde befreit hat.

Auch Jeschua warnt vor diesem Sauerteig einer falschen Lehre.

Und Paulus benutzt dieses wunderbare Bild, das uns besonders an Pessach vor Augen steht, um ein wichtiges Prinzip zu erklären:

“Euer Selbstruhm ist wirklich unangebracht! Wisst ihr denn nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?

Reinigt euch also vom alten Sauerteig, fegt jeden Krümel davon aus, damit ihr wieder ein frischer, ungesäuerter Teig seid, denn auch unser Passalamm ist geschlachtet worden: Christus.

Darum lasst uns das Fest feiern – nicht mit Brot aus dem alten Sauerteig der Schlechtigkeit und Bosheit, sondern mit dem ungesäuerten Brot von Reinheit und Wahrheit.” (1. Korinther 5,6-8 // NeÜ)

Die Zeit vor Pessach, wo es darum geht, die Wohnung von Sauerteig zu reinigen, soll uns besonders auch auf unsere inneren Krümel aufmerksam machen:

Wo bin ich überheblich, arrogant und rühme mich selbst und lasse gerade dadurch “Sauerteig” mein Handeln und Denken durchdringen?
Wo bin ich einer falsche Lehre aufgelaufen, die nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmt und sollte mich heute davon trennen?
Wo habe ich Bitterkeit zugelassen und meinen Mitmenschen nicht vergeben?
Wo war mein Denken von Unreinheit und Unzucht geprägt?
Wo war ich Gottes Stimme nicht gehorsam?
Ich will diese Zeit nutzen, um mich innerlich mal wieder zu reinigen – oder besser: reinigen zu lassen – von allem Sauerteig, den ich in letzter Zeit so in mein Leben reingelassen habe. Aus eigener Kraft können wir es jedoch nicht schaffen, diesen hartnäckigen Sauerteig einfach so loszuwerden.

Aber die Verheißung steht: Unser Passlamm, Jeschua haMaschiach (Jesus Christus), ist geschlachtet für uns. Er hat am Kreuz alle Sünden, sozusagen allen Sauerteig, auf sich genommen; er hat die Verstrickung der Sünde und den Tod überwunden; er hat uns wahre Befreiung aus der Knechtschaft geschenkt. Und in diesem Sinne ermutige ich uns alle: Lasst uns dieses Fest feiern! In Reinheit und Wahrheit, die uns durch Jeschua geschenkt wird. Er gibt uns ein reines Herz und gibt uns die Möglichkeit in dem Licht seiner Wahrheit zu leben.

Das wollen wir uns bewusst machen, wenn das Haus von “Chametz” – Sauerteig – befreit sein wird.

Lassen Sie Jeschua in ihr Herz, um dort die Krümel jeder Ecke hinauszufegen? Laden Sie ihn heute in ihr Haus und in ihr Herz ein!