Die zerbrochene Mazza

Es ist der Gründonnerstag vor Ostern, an dem Christen sich daran erinnern, wie Jesus mit seinen Jüngern Pessach – das Passamahl – feierte und Brot und Wein auf sich selbst und sein Sterben deutete. Ich besuche den Gottesdienst in der Christ Church in Jerusalem, eine der frühsten messianischen Kirchen in Israel. Beim Abendmahl knie ich vor dem Altar und halte meine geöffnete Hand hin, um das Brot zu empfangen. Der Priester legt ein kleines Stück Mazza in meine Handfläche und zerdrückt es mit den Worten: „Christi Leib für dich gebrochen.“

Was für ein starkes Zeichen: So wie Jesu Leib am Kreuz zerbrochen wurde, so zerbrach er an Pessach die Mazza und gab sie seinen Jüngern und so zerbricht der Priester das Stück Mazza in meiner Hand, um mich an Jesu gebrochenen Leib zu erinnern. Aber es ist mehr noch als nur ein Erinnern und Gedenken, es ist ein Teilhaben am Sterben Jesu. Ich fühle den Zerbruch in meiner Hand.

Die Mazza selbst, streifenförmig durchlöchert, ist ein Symbol für Jesu Leiden, wie sie der Prophet Jesaja prophezeit:

Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.

Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. (Jesaja 53,4-5)

Während des Passamahls gibt es drei Mazzot, die eine Funktion im Laufe des Abends übernehmen. Am Anfang wird die mittlere zerbrochen und eine Hälfte davon in einer Serviette eingewickelt versteckt. Dieses Stück, Afikoman genannt, wird später von den Kindern gesucht und vom Gastgeber zurückgekauft und anschließend als Abschluss der Mahlzeit gemeinsam gegessen. Es ersetzt das kleine Stück Lamm, das vor der Zerstörung des Tempels am Ende des Passamahls gegessen wurde, um die zentrale Rolle des Lammes zu betonen.

Auch der Leib unseres Herrn Jesus, der sich selbst mit der Mazza identifizierte, wurde gebrochen, in ein Tuch gewickelt und begraben.

Doch der Tod hatte nicht das letzte Wort! Jesus überwand den Tod. Morgen feiern Christen in aller Welt die Auferstehung Jesu. Denn er, das Lamm Gottes und das Brot des Lebens, wurde nicht nur unserer Sünde wegen zerbrochen, sondern besiegte die Macht der Sünde ein für alle mal.

Jesu Tod und Auferstehung dürfen wir im Abendmahl ganz spürbar erinnern und erleben!

Deborah Sommer