Ein Nachtrag zu STEP 2016

Was bringt eine Gruppe mit der Altersspanne von unter 18 bis über 70 dazu, eine Woche lang um 8 Uhr morgens zusammenzukommen, bis 14 Uhr Vorträge zu hören, um schließlich nach dem Mittagessen auf den Straßen Berlins das Evangelium zu verkündigen? – Richtig: Eine große Liebe und Leidenschaft für das jüdische Volk.

Ich will ein paar Stimmen zu Wort kommen lassen, denn so lässt sich doch schließlich am besten beschreiben, was wir erlebt haben und was Gott gewirkt hat.

bibelDie Seminare umfassten geschichtliche Aspekte, Bibelauslegung und praktische Tipps zur Evangelisation. Für Margarete von Holst wurden dabei besonders der Vergleich zwischen Jesus und Mose, sowie die jüdischen Feste und ihre Erfüllung in Jesus wichtig. Günter Finger schreibt: “Mich hat besonders die kompakte Lehre der verschiedenen Referenten angesprochen, bei der man erkennen konnte, wie sich der Glaube an Jeschua aus dem damaligen Judentum und den Schriften heraus entwickelt hat.”

Die Vormittage wurden durch persönliche Zeugnisse von den Referenten, welche zum Großteil Mitarbeiter von Beit Sar Shalom sind, bereichert und wir genossen die Gemeinschaft in den kurzen Kaffeepausen, beim Mittagessen und während der Lieder zwischen den Seminaren. Ein Highlight für Constanze Schoener – und sicherlich für uns alle – war das Zeugnis von Safeeya, einer Ex-Muslimin, die nach ihrer Bekehrung ein großes Herz für das jüdische Volk hat und für die STEP-Evangelisationseinsätze extra aus Dallas (USA) nach Berlin gekommen war.

Bei den Straßeneinsätzen nachmittags machten wir alle unterschiedliche Erfahrungen.

Stephanie Türk ist begeistert: “Ich war zum ersten Mal in Berlin. Mich hat es total begeistert, dass ca. 300.000 Juden in Berlin leben und das man dementsprechend sehr viele von ihnen einfach so auf den Straßen und Plätzen Berlins finden und ansprechen kann.”

Christiane Leimbach erzählt:

“Mein Höhepunkt war als ich einem jüdischen Mann den Flyer lächelnd  hinhielt und er mich – ebenfalls lächelnd – fragte: <Warum soll ich diesen Flyer nehmen?> Ich erwiderte: <Weil Jesus der größte Liebhaber jeder jüdischen Seele ist!> Er nahm ihn daraufhin gerne und sagte: <Das werde ich mir mal anschauen!>”

EVangelisation 2Die Gespräche und Situationen waren oft herausfordernd, wie Günter beschreibt: “Besonders in den Gesprächen mit Passanten wurde man intensiv gefordert, bei der Argumentation seinen eigenen Glaubensstandpunkt zu bezeugen.” Und doch waren wir sehr ermutigt, dass Menschen zum Glauben kamen – Juden und Nichtjuden – und auch wenn wir vielleicht nicht direkt daran beteiligt waren, ist es doch großartig, “dass so etwas bei einem einfachen Straßeneinsatz passieren kann”, wie Margarete bemerkte.

Wir machten die Erfahrung, dass viele Menschen die gute Botschaft ablehnen, dass manche aber auch interessiert sind. Wir sahen viele verschiedene Menschen, Kulturen, Altersgruppen und hörten verschiedenste Sprachen. Günter bekam dadurch ganz neu eine “Ahnung von der Vielfalt und Kreativität Gottes”.

Was für ein Privileg ist es doch, dass wir die Freiheit in Deutschland haben, auf der Straße das Evangelium weiterzugeben. Christiane zog als Fazit für sich und ermutigt uns alle: “Juden überall auf der Welt brauchen Jeschua und wir sollten die Freiheit, die wir noch haben, dafür intensiv nutzen!”

Stephanie erzählt von ihrer Begegnung mit einem jungen Pärchen:

„Mein schönstes Erlebnis während STEP war, als ich eine junge israelische Frau ansprechen konnte, als ich hörte, dass sie hebräisch spricht. Ich kann zwar noch nicht so viel auf Ivrit sagen, aber für einen Smalltalk reicht es. Jedenfalls war diese junge Frau megaoffen und freundlich und ich konnte ihr Zeugnis geben und meine Liebe zu Israel und den jüdischen Menschen nahe bringen. Ihr Freund gesellte sich dann auch noch zu uns und ich erzählte ihnen von Beit Sar Shalom, weil sie beide ganz in der Nähe wohnen. Die beiden händigten mir dann absolut vertrauensvoll ihre Kontaktdaten aus und ich erzählte ihnen, dass ich diese an Paula (Mitarbeiterin von Beit Sar Shalom) weitergeben würde, welche fließend Hebräisch spricht. Jedenfalls war dieses junge Paar absolut erfreut und glücklich über unsere Begegnung. Mir ging es natürlich ebenso. Mein Herz hüpfte vor Freude und Dankbarkeit. Zum Schluss haben wir uns herzlich umarmt.“

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Kommentar zu Jesaja 53 – evangelistische Literatur

Für viele von uns war die STEP-Zeit auch gleichzeitig eine Zeit, uns über unseren eigenen Dienst und unsere Berufung neu bewusst zu werden und Gott neu um seine Führung zu bitten. Zorica Palijan teilt mit uns, was ihr klar wurde: “Gott hat zu mir gesprochen, dass ich mehr Igor Swiderski helfen soll in Gebet und Evangelisation. Das werde ich tun. Ich will meine Berufung und meinen Dienst erfüllen.” Die Seminare halfen Günter, seine christlichen Ansichten neu zu überdenken “bezüglich der Abhängigkeit der Christen und dem <Eingepfropftsein> in dem Ölbaum; der Thora und des Alten Testaments.”

Margarete will auch ganz neu auf Gott hören und ein offenes Ohr haben und darauf vertrauen, dass er sein Werk tun wird und sie in ihrer Berufung leiten und gebrauchen wird.

Ich, Deborah Sommer, wurde besonders durch die Bibelauslegung der messianischen Prophezeiungen neu ermutigt, mit jüdischen Freunden und Bekannten über die Bibel und den Messias ins Gespräch zu kommen und dabei mutig zu sein und auf Gottes Geist und seine Führung zu vertrauen.

Christiane wurde in ihrem Dienst bestätigt und lässt uns daran teilhaben:

“Ich war total begeistert davon, dass ich – ohne jede Hindernisse – das Zeugnis von Jeschua in meiner geliebten Stadt Berlin weitergeben konnte. Das ermutigt mich jetzt, das weiter und immer häufiger zu tun!

Mir ist klargeworden, dass ich in meinen Dienst Star-Cross in meinen Führungen zum jüdisch-christlichen Berlin den Messias noch intensiver verkündigen möchte. Diese Führungen mache ich zum Beispiel im Jüdischen Viertel, aber auch von der berühmten Gedächtniskirche bis zum jüdischen Gemeindehaus in der eleganten Fasanenstraße und auch im Reichstag. Herzlich willkommen dazu!”

torUnd so nahmen wir alle unterschiedlichste Eindrücke aus dieser intensiven Woche mit, wurden mit Gottes Schalom erfüllt, genossen die Gemeinschaft, den Austausch und den Gottesdienst am Schabbat und wurden sicherlich alle ermutigt, Gottes Volk noch mehr mit dem Evangelium zu erreichen!

Denn diese Botschaft ist eine gute Botschaft, eine heilsbringende Botschaft – für die Juden zuerst.

 

[Ein Bericht von Deborah Sommer. Herzlichen Dank an die anderen Teilnehmer, die ein Feedback gegeben haben!]