Warum hast du’s mir nicht gesagt?

Welche Schriftstelle sagt uns, wie wir unsern jüdischen Nächsten erreichen können.

Ich werde nie einen Juden vergessen, der vor einigen Jahren unsere Passa-Seder-Feier besuchte. Er verfolgte aufmerksam den Gottesdienst, ergriff dann meine Hand und dankte mir. „Pastor Jeffrey“, sagte er mit Tränen in seinen Augen, „Ich bin 55 Jahre alt und habe mein ganzes Leben hier im Bezirk gewohnt. Hier gibt es überall Kirchen und ich kenne viele Menschen, die die Gottesdienste besuchen. Aber warum hat mir niemand vorher gesagt, dass Jesus die Erfüllung des Passalammes ist?”

Den Mann habe ich nie wieder gesehen. Doch diese Frage hat mich seither bewegt, dass der Kirche die Wichtigkeit des Evangelisierens von Juden bewusst gemacht wird.

Menschen, die übersehen wurden, brauchen die Botschaft

In der Vergangenheit lehrte die Kirche, jüdische Menschen sind verworfen und können nicht gerettet werden. Sogar heute noch lehren einige, dass Juden unter einem anderen Bund gerettet werden. Doch das widerspricht biblischer Lehre: „Meines Herzens Wunsch ist, und ich flehe auch zu Gott für sie, dass sie gerettet werden“ (Röm. 10, 1).

Eines Tages erkannte ein mir befreundeter Pastor, dass nicht für die in seinem Kirchenbezirk lebenden Juden gebetet wurde. Er erflehte vom Herrn, dass Gott noch während des gleichen Tages einen Juden zu ihm senden möge. Er hatte kaum das Gebet beendet, als es an seiner Tür klopfte. Da stand ein Fremder, der sagte: „Ich bin Jude und eigentlich weiß ich nicht, warum ich hier stehe, doch als ich heute morgen hier vorbeiging, sagte mir irgend etwas, ich müsse mit ihnen sprechen.“

Bete, dass Gott einen jüdischen Freund in dein Leben bringt.

Du musst nicht jüdisch werden

Wir dürfen nie vermuten, dass nur jemand mit jüdischem Hintergrund Juden wirksam Zeugnis geben kann. Paulus schrieb in Römer 11,11: „…den Nationen ist das Heil geworden, um sie zur Eifersucht zu reizen.“ Bete, dass Gott dich zu einem lebendigen Zeugnis seiner Liebe und Gnade macht.

Ein weiterer Fehler ist wenn erwartet wird, Juden müssen ihr jüdisches Erbe und ihre Kultur aufgeben, um dem Messias nachzufolgen. Wenn wir unseren jüdischen Nächsten erreichen wollen, müssen wir Jesus als den jüdischen Messias in einer Sprache präsentieren, die sie verstehen. Das könnte bedeuten, wir müssen unser Kirchenvokabular korrigieren, oder auch die jüdischen Feiertage lehren und sie in unseren Kirchenkalender berücksichtigen.

Wilde Ölzweige werden benötigt

Nicht ein jeder kann sich in jüdische Evangelisation einbringen. Doch wir können uns hinter Missionsarbeiten stellen, wie es Beit Sar Shalom tun, durch verbindende Unterstützung und Gebetsgruppen, die ihre Hand wirksam zu Juden in aller Welt ausstrecken.

Wenn mehr Kirchen den jüdischen Ursprung ihres Glaubens anerkennen würden, könnten Juden sehen, auch die Christenheit ist wirklich jüdisch, und dass Nicht-Juden in der Kirche „wilde Ölbaumzweige“ (Röm. 11,17) und in eine bestimmte jüdische Wurzel eingepfropft sind.

L. Jeffrey, Prediger aus Amerika