Was sagst Du Deinem jüdischen Freund, wenn …?

Die Aufgabe, mit einem jüdischen Freund über Jesus zu sprechen, kann einschüchternd wirken. Aber sei mutig! Gott kann unsere Bereitschaft segnen und durch uns das tun, was wir niemals aus uns heraus tun könnten. Wie der Apostel Paulus schreibt:

„Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. “
(2. Kor. 4:7)

Es gibt viele verschiedene Arten von jüdischen Menschen. Manche sind religiös, andere nicht. Unabhängig vom Hintergrund Deines jüdischen Freundes ist es sehr wahrscheinlich, dass ein oder alle vier der hier genannten Einwände gegen das Evangelium bei einer ernsthaft geführten, in die Tiefe gehenden, Diskussion über den Glauben zur Sprache kommen.

Jüdischer Einwand 1: Wo war Gott im Holocaust?

Für viele Juden ist der Holocaust das einzige herausragende Ereignis der jüdischen Geschichte. Nicht nur, dass Juden oft den Christen die Schuld geben am Holocaust – obwohl viele gläubige Christen auch in Konzentrationslagern starben. Trotzdem lehnen viele Juden die Aussagen des Christentums ab aufgrund dessen, was während des 2. Weltkriegs geschah. Was sagst Du also Deinem jüdischen Freund über den Holocaust?

Zuerst einmal ist es wichtig Deinem Freund aufzuzeigen, dass Menschen für den Holocaust verantwortlich waren und nicht Gott. Wenn Menschen solch unaussprechlich böser Dinge fähig sind, dann sollte uns der Holocaust von der Verderbtheit der Menschen überzeugen, nicht von der Nicht-Existenz Gottes.

Man kann sogar sagen, dass die bösen Taten der Nazis einen starken Beweis liefern für die sündhafte Natur des Menschen (Römer 2:23)

Wenn wir fähig sind so etwas Böses zu tun, wie können wir dann Gottes Gericht entgehen? Wegen unseres sündigen Zustands hat Gott den Messias in die Welt geschickt um uns zu retten. Wie es im Romerbrief heißt: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5:8)

Jüdischer Einwand 2: Jesus ist ein Götze. Juden beten keine Götzen an.

Eine der am meisten missverstandenen christlichen Lehren ist die, dass Jesus Gott in Menschengestalt ist. Dein jüdischer Freund sagt vielleicht: „Ich habe nichts gegen Jesus als Mensch. Aber wenn Du sagst, dass er Gott ist, kann ich das nicht glauben. Das ist Götzendienst, und mein Volk betet keinen Götzen an.“

Du kannst Deinem Freund sagen, dass Christen auch keine Götzen anbeten. Wenn Jesus nur ein Mensch wäre, wäre es Götzendienst ihn anzubeten. Aber es waren nicht Christen, die die Idee entwickelten, dass der Messias mehr als eine normale Person ist. Es war Gott selbst in der Schrift. Du kannst auf die Passagen in Jesaja hinweisen, die vom Kommen einer mächtigen Figur sprechen, vor allem Jesaja 9:5: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und er heiß Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Der Glaube an die Göttlichkeit des Messias ist sehr jüdisch, denn die hebräische Bibel – die Quelle der jüdischen religiösen Wahrheit – ist voll von Hinweisen auf seine Göttlichkeit (siehe auch Jesaja 7:14, Sprüche 30:4, Sacharja 12:10)

Jüdischer Einwand 3: Die Rabbiner glauben nicht, dass Jesus der Messias ist.

Es ist wichtig respektvoll zu bleiben. Aber wenn Deine jüdischen Freunde Dir sagen, dass die Rabbis nicht an Jesus glauben, könntest Du sie daran erinnern, dass die Propheten wie z.B. Jesaja, Jeremiah und Elia zu Lebzeiten alle zu einer Minderheit gehörten. Mit anderen Worten, wenn etwas wahr ist, dann ist es wahr – selbst wenn kein einziger „Experte“ daran glaubt.

Am besten ist es, Deine jüdischen Freunde zu ermutigen, die Worte der Schrift selbst zu lesen. In Johannes 3 ist z.B. eine Unterhaltung von Jesus und Nikodemus, einem jüdischen Führer, aufgeführt. Nikodemus wandte sich mit folgenden respektvollen Worten an Jesus: „Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.“ (Johannes 3:2) Oder zeig ihm die Bergpredigt. Denk daran, die Worte Jesu enthalten eine Autorität, die keiner anderen gleicht. Wenn Dein jüdischer Freund wirklich bereit ist, sich mit der Frage auseinander zu setzen, wer die Autorität besitzt für Gott zu sprechen, ist die Schrift selbst das überzeugendste Beweisstück.

Jüdischer Einwand 4: Wie kann ich an Jesus glauben und noch Juden bleiben?

Wenn der wichtigste Einwand Deiner jüdischen Freunde die Angst ist, ihre jüdische Identität zu verlieren, weißt Du, dass sie wirklich ernsthaft über das Evangelium nachdenken. Lass sie wissen, dass das Evangelium die Geschichte von einem jüdischen Messias ist, die hauptsächlich für ein jüdisches Publikum geschrieben wurde. Zeige ihnen, wie Jesus der Messias die Prophezeiungen der Propheten und der Evangelien erfüllte. Petrus‘ Predigt in Apostelgeschichte 2 zeigt eine überzeugende Verbindung zwischen Propheten und Evangelium. Stelle Deinem jüdischen Freund den Apostel Paulus vor – den „Hebräer der Hebräer“, der den Messias fand, während er sogar die jüdischen Jünger verfolgte, die Ihm nachfolgten. Dein jüdischer Freund braucht vielleicht mehr als nur Dein Wort um sich zu überzeugen, dass er oder sie glauben kann, dass Jesus der Messias ist und trotzdem Jude bleiben kann. Es kann für Deinen Freund eine große Ermutigung sein, mit einem jüdischen Gläubigen zu sprechen. Beit Sar Shalom würde Dir gerne, wenn möglich dabei behilflich sein.

Zum Schluss denke daran:
Gott gibt jedem Einzelnen das Geschenk des Glaubens. Selbst wenn Du nicht alle Antworten hast, so wird das Zeugnis Deines Lebens für sich selbst sprechen. Dein jüdischer Freund wird die Liebe Gottes in Dir spüren. Und das könnte das überzeugendste Argument von allen sein. (Römer 11:11)