Ausweg aus einem einzigartigen geistlichen Dilemma

Wenn die meisten jüdischen Menschen heutzutage ganz ehrlich wären, würden wir wohl zugeben, dass wir von dem Gedanken, Gottes auserwähltes Volk zu sein, manchmal verunsichert oder sogar peinlich berührt werden. Durch die Brille unserer modernen multikulturellen Welt betrachtet erscheint es engstirnig und arrogant zu denken, dass Gott irgendein Volk als besonders oder einzigartig erwählt.

Was bedeutet es, jüdisch zu sein? Unsere Geschichte ist wichtig; der Holocaust, der moderne Staat Israel und Antisemitismus, all das beschäftigt uns. Weniger ernste Angelegenheiten – von Omas Hühnersuppe bei Erkältung bis zum Streben nach den allerbesten Noten in der Schule – kommen uns auch in den Sinn! Wir alle wissen, was wir tun müssen. Doch ich glaube, dass wir auch tiefer gehende und mehr durchdachte Antworten B unserer Identität und unserer Beziehung mit dem Gott, der uns angeblich erwählt hat.

Vielleicht ist eine der wichtigsten Fragen, die wir stellen sollten: „Was bedeutet es, auserwählt zu sein?“ Das jüdische Verständnis, von Gott auserwählt zu sein, ist schwer fassbar und mysteriös. Letztendlich könnte es tiefgreifende Auswirkungen haben zu glauben, dass es einen Gott gibt, der uns als Individuen und als Volk zu einem göttlichen Zweck geschaffen hat, wenn es sich als wahr herausstellt. Wir würden sicherlich diesen göttlichen Zweck für unser Leben und unser Volk entdecken wollen, oder etwa nicht?

Um den Gedanken der „Erwählung“ im Judentum zu verstehen, müssen wir die Bibelstellen untersuchen, wo dieser beschrieben wird. In 1. Mose, Kapitel 12, Vers 3, erfahren wir vom Schöpfer höchstselbst die göttliche Begründung für die Existenz des jüdischen Volkes. Diese Tatsache, die in den Schriften der Propheten weitergehend bestätigt wird, besteht darin, dass das Volk Israel von Gott zum Wohle der Nationen der Welt (Gojim) erschaffen und erwählt wurde und um der Welt von einem guten Gott zu erzählen, der von den Bürgern seines Königreiches Gerechtigkeit forderte. Doch obwohl das jüdische Volk von Gott geschaffen und berufen wurde, der Welt Segnungen zu bringen, wurde uns nicht genau gesagt, welches diese Segnungen sein würden. Sollen wir die Segnungen, die das jüdische Volk der Welt bringen soll, auf ethischen Monotheismus herunter brechen, wie so viele es tun, – ganz besonders in Lehrbüchern über vergleichende Religionswissenschaft, oder sollten wir nach mehr Ausschau halten?

Also was ist nun so besonders am Jüdischsein? Gibt es mehr außer dem Glauben an einen Gott, die Schönheit der Hebräischen Schriften und die Bände über jüdische Ethik, die wir zum allgemeinen Wohl der Gesellschaft verfasst haben? Und um eine sehr persönliche Frage zu stellen: „Was haben wir davon?“ Hat der Herr uns einfach zum Nutzen für andere erwählt, ohne sich um unser Wohl zu sorgen?

Gott hat das jüdische Volk erwählt, um eine Beziehung zu Ihm persönlich zu haben und um die Herrlichkeit dieser Beziehung an die Nationen der Welt weiterzugeben. Die jüdische Bibel sagt uns, wie das geschehen wird. Die ganze Bibel hindurch wird eine Verheißung beschrieben, die von einem Tag spricht, an dem der Messias kommen würde, und dass durch diesen einzigartigen Leiter Israel und die Nationen den höchsten Lebenssinn, Freude, Frieden und Wohlergehen finden würden! Letzten Endes ist der größte Segen, den das jüdische Volk der Welt bringen sollte, genau dieser Messias. Aber wie und wann der Messias kommen würde, ist die Frage aller Zeiten! Gott plante in

der Tat eine messianische „Überraschungserscheinung“, da der Messias die Bühne auf eine völlig unvorhergesehene Weise betreten hat…oder etwa nicht?

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Quelle: Chosen People Ministries
Übersetzung: Kurt Fuss