Das Entfernen des Sauerteigs

Während des Passahfestes verzichten aufmerksame Juden darauf, Sauerteig zu essen. Diese Tradition kommt aus dem Gebot Gottes an Israel in der Thora: “Sieben Tage lang soll in euren Häusern kein Sauerteig gefunden werden, denn wer das Gesäuerte isst, der wird von der Gemeinde Israel ausgeschlossen werden, unabhängig davon, ob er ein Fremder oder ein Einheimischer des Landes ist. Ihr sollt nichts gesäuertes essen; in allen euren Wohnungen sollt ihr ungesäuertes Brot essen” (2. Mose 12,19-20). Während sich die Juden auf das Passahfest vorbereiten, entfernt jede Familie den Sauerteig aus ihrem Haus. Dann, während einer Zeremonie namens Bedikat Chametz, führt jeder traditionelle Haushalt eine letzte Suche nach Sauerteig im ganzen Haus durch, sammelt ihn zusammen und verbrennt ihn. Danach ist das Haus für das Passahfest koscher.

Paulus verwendet diese jüdische Praxis als Hintergrund für sein Argument in 1. Korinther 5,6-8: “Euer Rühmen ist nicht gut. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Darum schafft den alten Sauerteig weg, auf dass ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch unser Passalamm ist geopfert, das ist Christus. Darum lasst uns das Fest feiern nicht mit dem alten Sauerteig, auch nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit dem ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.“

Damals tolerierte die gläubige Gemeinschaft von Korinth grobe Unmoral. Paulus vergleicht die Sünde mit dem Sauerteig und befiehlt der Gemeinde in Korinth, die Sünde aus ihrer Mitte zu entfernen, so wie die jüdische Gemeinde während des Passahfestes den Sauerteig aus ihren Häusern entfernt. So wie Sauerteig einen ganzen Teigklumpen durchdringt, wirkt sich sündiges Verhalten auf das gesamte Leben eines Einzelnen und einer Gemeinde aus. Wenn die Gemeinde in Korinth sich nicht mit dem bösen Verhalten in ihrer Mitte auseinandersetzen würde, dann würde dieses Verhalten die ganze Gemeinschaft beschmutzen.

Bei Challah gebacken wird, das traditionelle jüdische Brot für den Sabbat, wird dem Teig eine kleine Menge Hefe zugesetzt, und dieses Stück Hefe durchsetzt den gesamten Brotlaib. Auf die gleiche Weise wirkt die Sünde auf das gesamte Leben eines Menschen. Wir können unser Leben nicht unterteilen und die Sünde in einem bestimmten Bereich isolieren, so dass sie die anderen Bereiche unseres Lebens nicht beeinträchtigt. Gott hat uns als ganzheitliche Menschen geschaffen, und wir täuschen uns selbst, wenn wir denken, dass die kleinen oder verborgenen Sünden in unserem Leben die anderen Bereiche unserer Seele nicht beeinflussen werden. Selbst kleine und verborgene Sünden werden unser ganzes Wesen durchdringen und korrodieren. Wie Paulus schrieb, müssen wir das böse Verhalten aus unserem Leben entfernen, weil unser Messias wie ein Passahlamm geopfert wurde, um unsere Ungerechtigkeit zu beseitigen.

Deshalb sollten wir der Gerechtigkeit nachjagen, denn unser Messias hat den Chametz (Sauerteig) aus unserem Leben entfernt. Paulus beschreibt Menschen mit ‚Sauerteig‘ als verdorben und böse, während Menschen, die rein in ihren Motiven und ihrem aufrechten Charakter sind, keinen Sauerteig in sich haben. Der ‚ungesäuerte‘ Mensch hat kein verborgenes oder geheimes Leben.

Die Vorbereitung auf das Passahfest kann uns daran erinnern, über das ungerechte Verhalten nachzudenken, das wir in unserem eigenen Leben tolerieren. Wenn wir unmoralische Gedanken oder Handlungen tolerieren, werden sie unser spirituelles Leben beeinflussen und letztendlich unsere Seele zerstören. Wenn wir es ernst meinen mit der Ehre Gottes und einem gesunden geistlichen Leben, dann können wir die verborgenen und geheimen Sünden nicht tolerieren. Lasst uns im Geiste des Passahfestes die Sünde aus unserem Leben entfernen, damit wir für das Passahfest koscher sind.

Von Chosen People Ministries

 

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