Das irdische und das himmlische Heiligtum (Teil II)

In unserer letzten Studie von Hebräer 9, 1-5 ist der Schreiber des Hebräerbriefes damit fortgefahren, den Grund zu legen für die Überlegenheit des priesterlichen Dienstes des Messias über dem levitischen Priesterdienst. In Vers sechs des neunten Kapitels schließt er diesen Teil seiner Begründung, indem er die Aussage trifft, dass die levitischen Priester nur in dem äußeren Zelt ihren Dienst verrichteten und es ihnen nicht erlaubt war, überhaupt in das innere Zelt zu gehen. Nur der Hohepriester durfte in das innere Zelt gehen, in das Allerheiligste, und nur an Jom Kippur, dem Versöhnungstag. Er beendet diesen Abschnitt, indem er feststellt: “Damit macht der Heilige Geist deutlich”, dass mit dem eingeschränkten Zugang in die Gegenwart Gottes, symbolisiert durch das Allerheiligste hinter dem Vorhang, “der Weg ins Allerheiligste noch nicht offenbart war”. Mit anderen Worten, es gab das levitische System, um zu zeigen, dass der wahre Weg zu Gott dadurch noch nicht erreicht wurde. Deshalb war die Absicht dahinter schon immer nur für eine bestimmte Zeit, „bis eine neue (bessere) Ordnung kommen sollte“. Das griechische Wort für “neue Ordnung” wird nur hier im Neuen Testament benutzt und bedeutet “etwas gerade richten, es richtig machen, eine Situation berichtigen/verbessern”. Es verwies auf die Zeit, in der das Opfer des Messias die Dinge zwischen Gott und den Menschen in Ordnung bringen würde.

Das bringt uns zu folgendem Schluss, ab Vers 11: “Christus (Jesus der Messias) aber ist gekommen als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere und vollkommenere Stiftshütte …” Als Jesus an dem römischen Kreuz starb, von den Toten auferstand und in den Himmel auffuhr, ging Er in das Himmlische Zelt, das nicht mit Händen von Menschen gemacht wurde, “das nicht von dieser Schöpfung ist”. Er tat dies “nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern“, sondern durch sein eigenes Blut. Was dies bewirkte, nennt der Schreiber des Hebräerbriefes “eine ewige Erlösung”. Die Absicht dahinter ist, die zeitliche Begrenzung des levitischen Systems mit der bleibenden Natur des Opfers des Messias zu vergleichen, welches “ein für alle Mal” war. Im Gegensatz zu den levitischen Opfern, sogar die zu Jom Kippur, die zeitlich begrenzt waren und immer wieder dargebracht wurden, hat das Opfer des Messias ein für alle Mal ewige Erlösung vollbracht.

Das Ziel des Schreibers des Hebräerbriefes war, die Überlegenheit des priesterlichen Dienstes des Messias über dem levitischen Priestertum und dessen Opfern aufzuzeigen. Letztendlich war der Zweck des Opfersystems, die Menschen auf den Messias zu verweisen und darauf, was das letzte Opfer sein würde. Die Überlegenheit der Priesterschaft des Messias über dem levitischen Priestertum wird auf drei verschiedene Arten gezeigt:

Zuerst, ein besseres Heiligtum: Der Messias als unser großer Hohepriester sitzt zur rechten Hand Gottes im Himmlischen Heiligtum, das nicht von dieser Welt ist und besser als das irdische Heiligtum, das von Menschenhand gemacht wurde. Der levitische Hohepriester konnte nur einmal im Jahr an Jom Kippur hinter den Vorhang in das Allerheiligste gehen. Der Messias ist in das Himmlische Heiligtum ein für alle Mal eingegangen, und bei diesem Prozess wurde der Vorhang des irdischen Heiligtums, der den Zugang zu Gott beeinträchtigte, von oben nach unten zerrissen.

Zweitens, ein besseres Blutopfer: Der levitische Hohepriester ging in das Allerheiligste im irdischen Heiligtum einmal im Jahr mit dem Blut von Stieren und Böcken. Der Messias ging in das Himmlische Heiligtum ein für alle Mal durch (und nicht mit) Sein eigenes vergossenes Blut.

Drittens, eine bessere Heiligung: Die levitischen Opfer bewirkten eine zeremonielle Reinigung des äußeren Menschen, seines Fleisches, das, was die Menschen sehen konnten. Aber sie waren niemals in der Lage, das Innere zu reinigen, das, was Menschen nicht sehen konnten, was hier als “Gewissen” bezeichnet wird. Aber das Blut des Messias ist in der Lage, das Gewissen eines Gläubigen zu reinigen “von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott”. In diesem Zusammenhang scheinen sich diese “toten Werke” auf die levitischen Rituale zu beziehen, die im Gegensatz zu dem Werk Christi niemals geistliches Leben geben konnten. Der Tod des Messias hat für jeden an Ihn Gläubigen das ultimative Ziel, dem lebendigen Gott zu dienen.


Quelle: Chosen People Ministries,
Übersetzung: Kurt Fuss

 

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