Das irdische und das himmlische Heiligtum

Das achte Kapitel im Brief an die Hebräer beschreibt die Überlegenheit des priesterlichen Dienstes des Messias und letztlich die Überlegenheit des Neuen Bundes. Kapitel neun beginnt mit einer Aussage, die sich auf diese Diskussion bezieht: “Nun hatte ja der erste Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches Heiligtum.” (Hebräer 9,1) Im Wesentlichen ist das Argument hier, dass das irdische Heiligtum für die Israeliten als Mittel zur Belehrung realen Wert hatte, obwohl es nur eine Kopie des himmlischen war. Der Schreiber des Hebräerbriefes verwendet in seinem Beispiel die Stiftshütte in der Wüste anstatt des Tempels, denn die Stiftshütte steht im Zusammenhang mit der Gesetzgebung am Berg Sinai. Mit Vers zwei von Kapitel neun beginnt der Schreiber mit der Beschreibung der Stiftshütte im Detail. Er unterteilt die Stiftshütte in zwei Bereiche – ein inneres Zelt und ein äußeres Zelt.

Das äußere Zelt enthielt den Leuchter, die siebenarmige Menorah, und den Tisch mit dem geheiligten Brot. Der Zweck der Menorah war, fortwährend für Licht im dunklen, fensterlosen Zelt zu sorgen. Die Priester kümmerten sich morgens und abends um sie, um sicher zu stellen, dass das Licht nie erlosch. Im Wesentlichen war die Menorah das Symbol der Gegenwart Gottes unter dem Volk Israel. Der Tisch mit dem geheiligten Brot, den Schaubroten, bestand aus einem Tisch aus Akazienholz, der mit Gold überzogen war. Auf dem Tisch lagen zwölf Brotlaibe, stellvertretend für jeden einzelnen Stamm Israels. Jede Woche wurden die Brote von den diensthabenden Priestern gegessen und am Schabbat durch neue Brote ersetzt. Das äußere Zelt wurde “das Heilige” genannt und das Licht und das Brot verwiesen auf den, der als “Licht der Welt” und als “Brot des Lebens” in diese Welt kommen würde.

Das innere Zelt war hinter dem zweiten Vorhang und wird das “Allerheiligste” genannt. Der zweite Vorhang war da, um das Volk von der Gegenwart Gottes zu trennen, aber er zerriss von oben nach unten, als Jeschua (Jesus) gekreuzigt wurde. Der Schreiber des Hebräerbriefes beschreibt das innere Zelt: “Darin waren das goldene Räuchergefäß und die Bundeslade  …” (Hebräer 9,4) Der goldene Räucheraltar war nicht im inneren Zelt, sondern vor dem Vorhang, der ins Allerheiligste führte. Gewöhnlich wird die Frage gestellt, warum der goldene Räucheraltar so beschrieben wird, als wäre er im Inneren des Allerheiligsten und nicht außerhalb. Die wahrscheinlichste Antwort darauf ist, dass der goldene Räucheraltar mit dem Dienst im Innern des Allerheilgsten verbunden war, obwohl er sich physisch nicht darin befand. Morgens und abends würden die Priester darauf Gott Weihrauch darbringen, und auf diese Weise würde er beständig brennen. Dieser Altar symbolisierte die Anbetung und die Gebete des Volkes Gottes und verwies auf Seine Gegenwart im Allerheiligsten.

Die Bundeslade war der einzige Einrichtungsgegenstand innerhalb des Allerheiligsten. Die Lade war – wie der Tisch für die Schaubrote – aus Akazienholz. Es war ein oben offener Kasten, innen und außen mit Gold überzogen. Der Schreiber des Hebräerbriefes sagt: “…in ihr waren der goldene Krug mit dem Manna und der Stab Aarons, der gegrünt hatte, und die Tafeln des Bundes.” (Hebräer 9,4) Der Deckel der Lade, der Gnadenthron, war aus reinem Gold. Der Gnadenthron wurde von den “Cherubim der Herrlichkeit” überschattet. Zwei Cherubs, an beiden Enden mit ausgebreiteten Flügeln und einander zugewandt, wurden entweder auf dem Gnadenthron angebracht oder mit ihm aus einem Stück gefertigt. Trotz dieser unglaublichen Ausstattungen in der Stiftshütte beschreibt der Schreiber des Hebräerbriefes einfach nur, was da war, ohne in die Details zu gehen. Seine Absicht ist damit fortzufahren, den Grund für die Überlegenheit des priesterlichen Dienstes des Messias über dem der levitischen Priesterschaft zu legen.


Quelle: Chosen People Ministries
Übersetzung: Kurt Fuss

 

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