Die Gabe des Gesetzes, die Gabe des Geistes

Schalom!

Sind erstmal Pessach und Ostern vorbei, steht als n├Ąchster Feiertag im j├╝dischen Kalender Pfingsten. Dieses wunderbare Fest, das das j├╝dische Volk und die Nachfolger des Messias Jeschua miteinander teilen, hat weitreichende Bedeutungen f├╝r uns.

 

Die Feste Israels

Der Herr hat die Feste Israels gegeben, um die Herzen und Gedanken der Israeliten auf verschiedene Seiten Seiner Person und Seines Heilsplans zu fokussieren. Die Feste verweisen auch auf das Kommen des Messias – dieses Element findet sich vor allem in den sieben gro├čen Festen, die im 23. Kapitel von Leviticus (3. Buch Mose) beschrieben werden.

Ich glaube, Jeschua selbst dachte an diese Feste zusammen mit einigen weiteren Schriftstellen, als er folgendes zu den beiden J├╝ngern auf dem Weg nach Emmas sagte:┬áO ihr Toren, zu tr├Ągen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften von ihm gesagt war. (Lk 24,25ff.)

Pessach ist ein prophetisches Bild vom Lamm Gottes, das die S├╝nde der Welt hinwegkommt. Das Fest der unges├Ąuerten Brote erinnert uns an das z├╝ndlose Wesen des Retters. Das Fest der Erstlingsfr├╝chte, das am Sonntag nach dem Pessach-Schabbat stattfindet, erz├Ąhlt vom Messias, der als die “Erstlingsfrucht” von den Toten aufersteht.

 

Das vierte und letzte Fr├╝hlingsfest

Das letzte Fr├╝hlingsfest ist Schawuot, was der hebr├Ąisch Plural f├╝r “Sieben” ist. Das ist deshalb so, weil Schawuot am 50sten Tag nach Pessach gehalten werden soll, nachdem also “sieben mal sieben” – das sind sieben Wochen – vergangenen sind. In der christlichen Tradition wird das Fest Pfingsten genannt, was wiederum von dem griechischen Wort f├╝r 50 abgeleitet ist.

An Schawuot sollten die Israeliten die Erstlingsgabe ihrer Getreideernte bringen. Das wurde symbolisierte durch die Gabe von zwei ges├Ąuerten Brotlaiben (Lev 23,17). Dieses Fest war ein Tag des Dankes an Gott, der zuverl├Ąssig das vollendete, was Er begonnen hatte – n├Ąmlich die Ernte hervorzubringen, die von Seinem Volk genossen werden sollte.

 

Pfingsten und j├╝disches Leben

Es gibt viele j├╝dische Traditionen, die in Verbindung zu Pfingsten stehen. So besagt die ├ťberlieferung etwa, dass K├Ânig David am Pfingsttag geboren wurde und starb, oder dass etwa Ruth an diesem Tag das Joch des Gesetzes auf sich nahm. Tats├Ąchlich wird das gesamte Buch Ruth an Schawuot in der Synagoge gelesen, um diese ├ťberlieferung zu ehren.

Einer der hebr├Ąischen Namen f├╝r diesen Feiertag ist Man Matan Torah – “die Zeit der Gabe des Gesetzes”, da die Rabbiner glaubten, dass die Torah an diesem Tag gegeben wurde. Wir essen besonderes Festtagsbrot, das wie eine Leiter geformt ist – eine Erinnerung an die j├╝dische ├ťberlieferung, dass Mose eine Leiter in den Himmel hinaufstieg, um die Torah zu empfangen.

 

Schawuot und Pfingsten: die Erf├╝llung!

Wenn Pessach im Sterben des Lammes Gottes erf├╝llt wurde und das Fest der Erstlingsgaben in Seiner Auferstehung, wie wurde dann das Fest Schawuot durch den Messias erf├╝llt? Im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte lesen wir, wie das Fest auf besondere Weise erf├╝llt wird. Es ist kein Zufall, dass Gott gerade dieses Fest ausw├Ąhlte, um Seinen Heiligen Geist zu schicken!

Die J├╝nger waren versammelt, um zu beten und sich auf Gottes Wirken zu fokussieren, Sie warteten gehorsam, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte (Apg 1,4f.) und sie durften am Schawuot-Fest keine Arbeit verrichten (Lev 23,21). Gott segnete ihren Gehorsam in einer machtvollen Weise. Die Gegenwart und Kraft des Heiligen Geistes fiel auf die J├╝nger am 50sten Tag nach Pessach. Es war eine neue Offenbarung, die an Pfingsten gegeben wurde, als die Verhei├čungen Gottes erf├╝llt wurden mit der Ausgie├čen des Heiligen Geistes in den letzten Tage (Joel 2)!

Nach rabbinischer Tradition war die Seele jedes einzelnen Juden, der je leben w├╝rde, am Berg Sinai dabei, als das Gesetz gegeben wurde, und jeder h├Ârte die Gabe des Gesetzes in seiner eigenen Muttersprache.

Als der Heilige Geist an Pfingsten gegeben wurde, 50 Tage, nachdem der Messias Jeschua f├╝r unsere S├╝nden gestorben war, h├Ârten die Menschen die J├╝nger predigen – und zwar h├Ârten sie diese neue Offenbarung in je ihrer eigenen Muttersprache. K├Ânnen Sie sich vorstellen, wie es gewesen sein muss, an Pfingsten dabei gewesen zu sein?

 

Der Rest der Ernte

Die messianische Erf├╝llung endet hier nicht!

Wie ich schon zuvor erw├Ąhnte, sollten die Israeliten zwei ges├Ąuerte Brotlaibe opfern am Tag von Schawuot – ein Symbol daf├╝r, dass sie ihr Leben darbrachten vor dem Herrn, der die Ernte bringt. Die Ernte repr├Ąsentiert auch das Volk, das zum Glauben an den Messias kommt – und es ist unsere Freude, unser Leben dem Herrn zu geben und weiter zu arbeiten in Seinem Feld, bis Er wiederkommt!

Manche meinen, dass die beiden Brotlaibe sogar noch eine weitere wichtige Bedeutung in sich tragen: Sie symbolisieren Juden und Nichtjuden, die zusammenkommen in der Einheit des Geistes, um gemeinsam zu arbeiten, Hand in Hand und Arm in Arm f├╝r Jeschua – bis Er wiederkommt.

Juden und Nichtjuden wurden zusammengebracht durch das Wunder von Pfingsten und wir teilen die gemeinsame Berufung, die Welt f├╝r Jeschua zu erreichen. Zusammen, bevollm├Ąchtigt durch den Heiligen Geist haben wir diese Mission: Die gute Nachricht von Jeschua, dem Messias zuerst den Juden und auch den Nichtjuden zu bringen (R├Âm 1,16)!

Frohes Schawuot/Pfingstfest – und m├Âge der Herr Sie mit der Kraft Seiner Gegenwart erf├╝llen!

Ihr Bruder im Messias

Mitch Glaser, Pr├Ąsident von Chosen People Ministries

Den Originaltext finden Sie hier auf der Homepage von Chosen People Ministries!