Die Erziehung durch unseren Vater: Hebr├Ąer 12, 4-11

Unser voriges Bibelstudium endete mit einer Ermahnung an die j├╝dischen Gl├Ąubigen, die unter Verfolgung litten, alles zu ber├╝cksichtigen, was Jeschua durchgemacht hatte, damit sie “nicht m├╝de wurden und den Mut verlieren”. In Hebr├Ąer 12,4 setzt der Autor diesen Gedanken fort, indem er sie daran erinnert, dass, egal wie schwierig die Dinge geworden sind, “sie sich noch nicht bis aufs Blut verteidigt haben”. Trotz der Herausforderungen, vor denen sie standen, folterten oder t├Âteten ihre Verfolger sie noch nicht wegen ihres Glaubens. Jesus starb am r├Âmischen Kreuz, aber diese hebr├Ąischen Gl├Ąubigen waren dem Tod noch nicht von Angesicht zu Angesicht gegen├╝ber getreten.

In Hebr├Ąer 12,5-6, erinnert der Autor die Hebr├Ąer an die Ermahnung, wie man gem├Ą├č Spr├╝che 3 auf Verfolgung reagieren soll: Als eine Erziehung durch den Herrn. Indem er Spr├╝che 3,11-12 zitiert, bittet der Verfasser unseres Briefes die Gl├Ąubigen, die Verfolgung erleben, ihre Not als Erweis der Liebe ihres himmlischen Vaters zu ihnen zu erachten. Anstatt seine Erziehung “leichtfertig” abzutun oder sich entmutigen zu lassen, wenn die Verfolgung kommt, sollten sie sie stattdessen positiv sehen und sie als Zusicherung begr├╝├čen, dass sie Gottes geliebte Kinder sind: “Denn wen der Herr liebt, den z├╝chtigt Er, und Er erzieht jeden Sohn, den Er empf├Ąngt, mit Strenge”.

Es ist sehr wichtig, den Unterschied zwischen Bestrafung und Disziplinierung zu verstehen. Bestrafung ist eine Konsequenz f├╝r das Tun von B├Âsem. Gott bestraft Seine Kinder nie f├╝r ihre Missetaten, denn alle Strafen f├╝r die S├╝nde wurden von Jesus, dem Messias, am Kreuz getragen. “Deshalb gibt es jetzt keine Verurteilung f├╝r diejenigen, die in Christus Jesus sind” (R├Âmer 8,1).

Wenn man also ein wahrer Nachfolger Jesu ist, ein Kind Gottes, sollte man sich nie vor einer Strafe durch Ihn f├╝rchten. Disziplinarische Ma├čnahmen hingegen haben das Ziel der Erziehung. Sie sollen ein Lehrmittel sein, mit dem ein Kind angespornt wird, den Anforderungen seines Vaters zu entsprechen. Es liegt in der Verantwortung der irdischen V├Ąter, die ihre Kinder lieben, sie zu erziehen, so, wie Gott, als unser liebender himmlischer Vater, uns, seine Kinder, erzieht.

Das Fehlen jeglicher Disziplin w├╝rde bedeuten, dass wir keine Kinder Gottes sind, sondern “uneheliche Kinder”. In der r├Âmischen Welt, in der der Hebr├Ąerbrief entstand, hatte ein unehelicher Sohn kein Erbrecht. Ismael ist das prim├Ąre alttestamentliche Beispiel f├╝r ein uneheliches Kind. Er war ein echtes Kind Abrahams. Doch weil er unehelich war – der Sohn von Hagar nicht Sarah -, erhielt er nicht das ultimative Erbe, das Isaak, das legitime Kind, bekam. Ismael erhielt sicherlich einige Segnungen, weil er Abrahams Sohn war, aber er erhielt nicht das volle Erbe, wie Isaak. Wenn wir ber├╝cksichtigen, dass ein Hauptbestandteil des Hebr├Ąerbriefes darin besteht, j├╝dische Gl├Ąubige zu warnen, nicht vom Glauben abzuweichen, indem sie zum Judentum ihrer Zeit zur├╝ckkehren, sind die “unehelichen Kinder”, diejenigen, die schlie├člich doch vom Glauben abfallen.

Beginnend in Hebr├Ąer 12,9 vergleicht der Autor die Erziehung der irdischen V├Ąter mit unserem himmlischen Vater. Er schreibt: “Au├čerdem hatten wir irdische V├Ąter, die uns diszipliniert haben und wir respektierten sie.” Eine normale Antwort auf die Erziehung unseres irdischen Vaters ist es, ihn zu respektieren, weil er seiner Verantwortung nachkommt. Der Vergleich der beiden V├Ąter macht die ├ťbertragbarkeit deutlich: “Sollen wir nicht viel mehr dem Vater der Geister unterworfen sein und leben?” Trotz all ihrer menschlichen Schw├Ąchen werden unsere irdischen V├Ąter respektiert, wenn sie uns erziehen. Wieviel mehr unser himmlischer Vater, der Vater der Geister der uns “erzieht zu unserem Besten, damit wir Seine Heiligkeit teilen k├Ânnen”. Dies sollte dazu f├╝hren, dass wir uns w├╝nschen, Ihm unterworfen zu sein. Seine Erziehung “scheint f├╝r den Moment keine Freude zu bereiten, sondern Traurigkeit”. Sie f├╝hrt aber dazu, dass von ihm erzogene Menschen “die friedliche Frucht der Gerechtigkeit” hervorbringen. Unser himmlischer Vater erzieht uns, damit wir reifen und viel Frucht f├╝r den Herrn und sein Reich bringen k├Ânnen.

Von Chosen People Ministries

 

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