Leonid Dolganowski

Zu meiner Person

Schalom! Mein Name ist Leonid Dolganowski. Ich wurde 1955 in eine gewöhnliche jüdische Familie hineingeboren. Mein Leben war ähnlich dem Leben der meisten sowjetischen Juden. Ich ging zur Schule, studierte an der Universität und hatte Spaß mit Freunden, Partys usw. Lange Zeit arbeitete ich als stellvertretender Leiter für firmeninterne Gastronomien. Ich heiratete und uns wurden drei wunderbare Kinder geschenkt. Meine Begegnung mit Jesus änderte alles. 1999 ging ich zu „Juden für Jesus“ und wurde als Missionar und Evangelist eingesetzt, 2020 wechselte ich zu „Beit Sar Shalom“ und bin als Referent und Evangelist unterwegs. Neben der beruflichen Freude der Verkündigung, ist mein größtes Anliegen, meine Kinder und Enkelkinder zu und in ihrem Leben mit dem Messias Jeschua zu begleiten.

Mein Zeugnis

Es ist Winter in Charkow/Ukraine. Wir schreiben das Jahr 1996.

Meine Frau sagt zu mir: „Leonid, heute kommst du mit.“

Sonntagmorgen, 8 Uhr, -20°C.

‚Warum sollte ich irgendwohin mitkommen?‘, denke ich und antworte: „Schatz, vielleicht doch etwas später?“

„Nein. Wir gehen. Sofort!“

Ich handle nach dem Prinzip: Wenn Frauen etwas sagen, muss der Mann es tun – sofort. Also machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Unser Ziel ist ein großes Haus mit einer großen Tür. Zwei Männer öffnen uns, wir gehen hinein und das erste, das ich höre, ist ein Lied über den starken Gott Israels. Ich bin überrascht, weil es keine jüdische Synagoge und auch kein jüdisches Kulturzentrum ist, sondern eine christliche Pfingstgemeinde.

In welcher Beziehung stehen ausgerechnet Christen zum Gott Israels?

In dem großen Saal waren viele Menschen zusammengekommen und ich staune nicht schlecht, dass unter ihnen etwa jeder Zehnte ein Jude ist. Die Musikgruppe auf der Bühne singt viele Lieder, alle über Jesus. Warum sitzen hier Juden, die sich Jesus-Lieder anhören? Während der nächste Redner vorne spricht, schlafe ich ein. Am Ende stubst mich meine Frau in die Seite, ich wache auf und wir gehen nach Hause.

Zuhause angekommen fragt sie: „Und?“

Ich antworte: „Nix!“

Und doch gehe ich mit meiner Frau – und: nur wegen meiner Frau – jeden Sonntag in diesen Gottesdienst.

Zwei Wochen später lerne ich den Pastor kennen.

Er sagt: „Du bist Jude. Ich werde dir nichts über den Glauben erzählen, aber ich schenke dir diese Bibel. Sie ist ein jüdisches Buch und du musst selbst darin lesen.“

Ich lese das Buch vier- oder fünfmal und verstehe nicht viel. Was ich aber begreife, ist, dass Jesus Jude ist, dass ich als Jude Juden vertrauen darf, wenn sie sagen, was Sünde bedeutet und ich davon viele habe und dass meine persönlichen Sünden nicht nur für mich problematisch sind, sondern auch für meine Familie.

Als ich dies alles erkenne, steht mir die große Frage vor Augen: Was soll ich tun? Darüber spreche ich mit dem Pastor der Gemeinde.

Er sagt mir, was ich tun soll und ich tue es.

Das war meine Bekehrung. Bis heute bin ich mit dieser Entscheidung im Frieden. Ich hatte in all den vielen Jahren danach, keinen Grund zu zweifeln, dass Gott mich liebt und dass ER mich niemals verlassen noch von mir weichen wird.

Mein Dienst

Es ist meine große Leidenschaft, mit Menschen über Jesus zu reden. Ich arbeite bei „Beit Sar Shalom“ auch in den Projekten „STEP“ und „Mini-STEP“. In diesen Training-Seminaren finden Interessierte Antworten und praktische Einsätze auf die Frage: „Wie können wir Jesus zu Juden bringen?“.

Darüber hinaus besuche ich mit Freuden regelmäßig Juden, die mehr von Jesus als dem jüdischen Messias wissen wollen und ich diene Gemeinden und Kirchen mit Vorträgen, um meinen christlichen Geschwistern Jesus als den Messias Israels mit jüdischem Verständnis näher zu bringen.