Die Bedeutung der Herbstfeste

Rosch Haschana

Rosch Haschana bedeutet „Kopf“ oder „Beginn“ des Jahres und markiert heute das jĂŒdische Neujahr. In der Bibel wird das Fest als „Jom ha-Terua“ (Fest des Schofarklangs) bezeichnet. Es findet am 1. Tischri statt.

Biblische BezĂŒge
In 3. Mose 23, 24 wird der Feiertag als „Ruhetag mit Posaunenblasen zum GedĂ€chtnis, eine heilige Versammlung“, angeordnet.

Das Fest im Judentum
Nach jĂŒdischer Tradition richtet Gott zu Neujahr ĂŒber die Taten des vergangenen Jahres. Die BĂŒcher des Lebens und Todes werden geöffnet und die GlĂ€ubigen hoffen, in das Buch des Lebens eingeschrieben zu werden. Mit Äpfeln und Honig wĂŒnscht man sich ein sĂŒĂŸes neues Jahr, ein Fischkopf beim Abendessen symbolisiert den Wunsch, das Haupt und nicht der Schwanz zu sein, und das kranzförmig gebackene Challah steht fĂŒr den Jahreskreis. In der Synagoge wird das Schofar geblasen.

Messianische Bedeutung
Das Schofar erinnert daran, dass der Messias Jeschua beim Klang des Schofarhorns wiederkommen wird und damit alle Juden gesammelt werden und Israel wiederhergestellt wird. (MatthÀus 24; 1. Thessalonicher 4,16) In Vorbereitung auf seine Wiederkunft sollen die GlÀubi- gen wachsam sein. Jeschua selbst rief zur Umkehr auf.

Die 10 Tage der Buße
In der jĂŒdischen Vorstellung gibt es jedes Jahr in den Tagen nach Rosch Hascha-
na noch die Möglichkeit zur Umkehr und zur Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen, bis am Ende des Versöhnungstages das Buch des Lebens fĂŒr das restliche Jahr verschlossen wird. Viele Juden sind sehr offen fĂŒr geistliche GesprĂ€che und Begegnungen mit Gott in diesen 10 Tagen!
Dieses Jahr laden wir Sie in diesen 10 Tagen zu einer besonderen Gebetskampagne ein: 10 Tage Gebet fĂŒr jĂŒdische Menschen. Mehr dazu finden Sie unter www.10tagegebet.de!

Jom Kippur

Jom Kippur bedeutet auf HebrĂ€isch „Tag der Versöhnung“ (von „kapar“ = „bedecken“, da die SĂŒnde bedeckt wird) und findet am 10. Tischri statt.

Biblische BezĂŒge
Am Versöhnungstag war die einzige Möglichkeit im Jahr fĂŒr den Hohepriester, ins Allerheiligste einzutreten. Dort sĂŒhnte er die Schuld fĂŒr das ganze Volk. Ebenfalls wurde die SĂŒnde symbolisch durch Handauflegung auf ein Böcklein ĂŒbertragen und dieses als SĂŒndenbock in die WĂŒste geschickt. (3. Mose 16)

Das Fest im Judentum
Seit der Zerstörung des Tempels ist die biblische AusĂŒbung nicht mehr möglich. Deshalb wird der Tag vor allem durch strenges Fasten und Gebet begangen. Der Mensch soll sich ganz auf die Buße besinnen und Gott um Vergebung bitten.

Messianische Bedeutung
In Jeschua wird die Bedeutung des Versöhnungstages erfĂŒllt: Er ging als ewiger Hohepriester in das Allerheiligste, um fĂŒr die SĂŒnde der Welt Versöhnung zu erwirken. Er selbst war dabei das Opferlamm und der SĂŒndenbock. Eines Tages wird er der Richter sein, aber auch als Anwalt der GlĂ€ubigen auftreten. Messianische Juden begehen heute Jom Kippur mit Gebet und Fasten und beten stellvertretend fĂŒr das jĂŒdische Volk. Der HebrĂ€er- brief ist sozusagen ein neutestamentlicher Kommentar zum Versöhnungstag und vertieft die messianische Bedeutung von Jom Kippur.

Sukkot

Sukkot bedeutet wörtlich „LaubhĂŒtten“ und findet vom 15.-21. Tischri statt.

Biblische BezĂŒge
Sieben Tage soll das Volk Israel in LaubhĂŒtten wohnen, „dass eure Nachkommen wissen, wie ich die Israeliten habe in HĂŒtten wohnen lassen, als ich sie aus Ägyptenland fĂŒhrte.“ (3. Mose 23, 33–43) Kennzeichen des Festes sind der Feststrauß „Lulav“, welcher aus der schönen Zitrusfrucht „Etrog“, Palmzweigen, Myrte und Bachweide besteht. Dies ist direkt verknĂŒpft mit der Aufforderung, sich zu freuen und fröhlich zu sein vor dem Herrn. So ist Sukkot einerseits ein herbstliches Erntefest und andererseits ein Gedenkfest an die WĂŒstenwanderung.

Das Fest im Judentum
Jede Familie baut eine eigene Sukka im Garten, auf dem Hof oder auf dem Balkon. Auch die Synagogen errichten LaubhĂŒtten, welche von den Gemeindegliedern benutzt werden können. In der Sukka wird gebetet, Thora studiert und auch gegessen und gefeiert. Die LaubhĂŒtte wird nach strengen Vorgaben errichtet, unter anderem soll als Zeichen der VergĂ€nglichkeit der Himmel durch das Dach sichtbar sein. In biblischer Zeit waren die Festlichkeiten am letzten Tag besonders eindrĂŒcklich: Wasser wurde aus dem Teich Siloa geschöpft, zum Tempel gebracht und dort ĂŒber den Altar gegossen. Diese Zeremonie war so ĂŒberwĂ€ltigend, dass es im Talmud dazu heißt: „Wer das Fest des Wasserschöpfens nicht gesehen hat, weiß nicht, was Freude ist“ (Traktat Sukka 51a). Heutzutage endet Sukkot mit einem weiteren Fest: Simchat Thora („Freude an der Thora“). An diesem Fest kommt der Zyklus der jĂ€hrlichen Thoralesung zum Ende und es wird sofort wieder mit dem ersten Abschnitt der Thora begonnen. Freudig wird mit der Thorarolle getanzt und gesungen.

Messianische Bedeutung
Sukkot erinnert an die VergĂ€nglichkeit unseres Lebens, „denn wir haben hier keine bleibende Stadt.“ (HebrĂ€er 13,14) Sukkot symbolisiert auch die Gegenwart Gottes unter uns: In Jeschua wurde das Wort Fleisch und „wohnte (wörtl. „zeltete“) unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit“ (Johannes 1,14) und in der Zukunft wird Gott mit seinem Volk wohnen: „Siehe die (Laub-)HĂŒtte Gottes bei den Menschen!“ (Offenbarung 22, 3) Jeschua selbst bezog die Wasserzeremonie am letzten Tag des Festes auf sich: „Wen da dĂŒrstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ (Johannes 7, 37–38) Der Prophet Sacharja bezieht Sukkot auf die Zeit des messianischen Reiches in Israel, wenn sowohl Juden als auch Völker anlĂ€sslich des LaubhĂŒttenfests nach Jerusalem ziehen werden, um Gott zu feiern (Sacharja 14, 16).

Unser YouTube-Angebot zu den Festen

Traditionelle Gebete, Predigten und Grußwörter von Wladimir Pikman, den Klang des Schofars, Talkshows sowie eine Rezeptanleitung finden Sie auf unseren Playlists zu den hohen Feiertagen. Hier gelangen Sie zu den Playlists Rosch Haschana, Jom Kippur und Sukkot.

Vertiefende Seminare zum Thema

Wollen Sie mehr ĂŒber die biblischen und jĂŒdischen HintergrĂŒnde der Feiertage sowie die prophetische Bedeutung erfahren? Wir empfehlen Ihnen sehr, die hochwertigen Seminare der messianischen Lehrer:

– Arnold Fruchtenbaum (Die Bedeutung von Rosch Haschana und Jom Kippur)

– Mottel Baleston (Die prophetische Bedeutung der Feste)

– John Fischer (EinfĂŒhrung in Sukkot)