Welche Parallelen gab es zwischen den Lehren Jesu und denen der Rabbiner seiner Zeit?

“V├Âllig inakzeptabel!” Das war die grunds├Ątzliche Reaktion eines angesehenen Freundes in Seattle, als er die Behauptungen von Gelehrten betrachtete, dass alles, was Jeschua (Jesus) lehrte, in der alten j├╝dischen Literatur parallelisiert werden kann.

Ich kann die Empfindung meines Freundes verstehen. Schlie├člich wollen wir, die wir glauben, dass er der Messias ist, Jeschua auf jede erdenkliche Weise ehren. Es scheint abscheulich, Ihn in irgendeiner Weise auf das Niveau eines gew├Âhnlichen, wandernden, galil├Ąischen Lehrers herabzusetzen. Er war so viel mehr als das.

Es ist unbestreitbar, dass sich Parallelen zwischen Jeschuas Lehren und denen der Rabbiner seiner Zeit finden lassen. In Wirklichkeit sollten wir bedenken, dass solche Parallelen unvermeidlich sind. Wann immer Menschen die Wahrheit sprechen – das, was richtig und korrekt ist – wird ihre Botschaft dieselbe sein. Das Universum wird von einem Satz von Prinzipien regiert, und dieser Satz von Prinzipien ist f├╝r uns alle derselbe.

In der Tat w├Ąre es eine ├ťberraschung, wenn es keine Parallelen g├Ąbe. Sowohl Jeschua als auch seine Zeitgenossen lehrten aus denselben B├╝chern. Sie lehrten aus dem Gesetz, den Propheten und den Schriften – denselben B├╝chern, auf denen praktisch das gesamte j├╝dische religi├Âse Denken bis heute beruht. Sicherlich zitierten sie beide die gleichen Schriften.

Dar├╝ber hinaus war die ├ära, in der Jeschua lebte, eine der entscheidendsten Zeiten f├╝r die Entstehung dessen, was sp├Ąter als Judentum bekannt werden sollte. Viele von Jeschuas Zeitgenossen sind Schl├╝sselfiguren in der Mischna und dem Talmud. Sie lehrten nicht nur aus denselben Schriften, sondern sie lehrten auch die gleichen Menschen, in der gleichen Kultur, an den gleichen Orten, in der gleichen Sprache(n), ungef├Ąhr zur gleichen Zeit. Ist es da verwunderlich, dass sie dieselben Wahrheiten auf dieselbe Weise ausdr├╝cken?

Die Wahrheit ist universell, aber Jeschua war einzigartig. Er lehrte mit Autorit├Ąt, was seine Anh├Ąnger verbl├╝ffte. Irgendetwas an der Art und Weise, wie Er lehrte, unterschied sich deutlich von dem, was sie je von jemand anderem geh├Ârt hatten. Vielleicht war es ein bisschen so, als w├╝rde man einem Autor zuh├Âren, der seine eigenen Gedichte laut vorliest – es ist etwas ganz anderes, als wenn ein Freund sie einem vorliest! Jeschua hatte eine moralische Autorit├Ąt.

Einige der Parallelen zwischen seinen Lehren und denen der Rabbiner seiner Zeit sind recht subtil, aber dennoch revolution├Ąr. Zum Beispiel sagte Hillel: “Was dir verhasst ist, sollst du deinem N├Ąchsten nicht antun” (Schabbat 31a). Jeschua sagte: “Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten” (Matth├Ąus 7,12). Der Unterschied ist subtil und doch tiefgreifend.

Von Daniel Nessim

 

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