Purim: Gott ist Seinem Volk gegenüber treu

Wenn jemand zum ersten Mal das Buch Ester liest, wird ihn die Geschichte in den Bann ziehen. Sie erzählt voller Spannung mit der Erzählung von den Ereignissen im Königreich des Ahasveros und seinem Thronsitz in der Burg Susa. Ahasveros` Reich war sehr groß, es umfasste 127 Provinzen und in unserer Geschichte wurde am Hofe des Königs intensiv und lange gefeiert.

Dem gläubigen Leser wird aber eines auffallen: an keiner Stelle wird der Name Gottes erwähnt. Trotzdem kann man sich der Tatsache nicht entziehen, dass „der verborgene Gott“  alles Geschehen überwacht und lenkt. Gott ist auch dort, wo wir ihn nicht vermuten.

Purim – das „Fest der Lose“ oder  „Fest der Ester“ in 2. Makkabäer 15, 37 – wird auch „Mordechai-Fest“ genannt.

Alfred Edersheim schreibt in seinem Buch „Der Tempel“: Dieses Fest feierte man in Erinnerung an die Bewahrung des jüdischen Volkes zur Zeit der Königin Ester. Der Name „Purim“ leitet sich von dem „Los“ ab, dass Hamann warf, um den günstigsten Zeitpunkt für die Ausführung seiner bösen  Pläne zu ermitteln (Ester 3, 7; 9, 24).

Purim ist ein heiteres, fröhliches Fest, an dem man mit Freunden und Verwandten Geschenke austauscht. Das Purimfest ist heute, obwohl in Synagogen bestimmte Gebete und Schriftlesungen vorgeschrieben sind, für seine ausgelassene Fröhlichkeit bekannt.

Neben dem König Ahasveros geht es in dem Buch um seine Frau Wasti, um Mordechai und sein  Adoptivkind  Hadassa („Myrte“) Ester, sowie um den obersten Minister des Königs, den Agagiter Hamann, der alle Juden im gesamten Königreich umbringen wollte.

In einer der Ausgaben  der Monatsausgabe von „The Chosen People“ über Purim mit der Überschrift „Die unsichtbare Hand Gottes“ lesen wir: Wer ist der verborgene Held von Purim? Es ist Gott selbst. Obgleich Sein Name nicht erwähnt wird, spüren wir Seine unsichtbare Gegenwart im ganzen Buch Ester, wie der Autor die Befreiung des jüdischen Volkes beschreibt.

Die Bedeutung von Purim ist „Los“, ein Hinweis auf die Methode, wie der böse Hamann die Zeit bestimmte, das jüdische Volk zu zerstören. In Ester 3, 6 bis 7 lesen wir: „ … So suchte Hamann alle Juden, die im ganzen Königreich des Ahasveros waren, das Volk Mordechais,  zu vernichten. Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im zwölften Jahr des Königs Ahasveros, warf man das Pur, dass ist das Los, vor Hamann, von Tag zu Tag und von Monat zu Monat und das Los fiel auf den dreizehnten Tag des zwölften Monats, dass ist der Monat Adar.“ Es ist ihm aber nicht gelungen! Er wurde selbst vernichtet.

Wenn Hamanns Name, der 54-mal vorkommt, während der Lesung der Megilla in der Synagoge ertönt, wird kräftig mit den Füßen aufgestampft oder mit einer Rassel  gelärmt. Man wünscht sich zu Purim „Chag Purim Sameach“ oder in Jiddisch: „Freilichin Purim“. Viel wäre noch hinzuzufügen, doch es genügt, dass bereits Erwähnte zu wissen:

Der verborgene Gott Israels wird in aller Treue sein Volk bewahren.

 

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