Rosch HaSchana – Umkehr zu Gott

Das Schofar

An Rosch haSchana ert├Ânt das Schofarhorn (Widderhorn) mehrmals. Es ist ein Weckruf!

Das Schofar wurde f├╝r verschiedene Anl├Ąsse geblasen: Um die Soldaten zum Kampf zu rufen, um Neumond und Schabbat zu beginnen, um die Kr├Ânung eines K├Ânigs bekanntzugeben oder um das Gericht anzuk├╝ndigen.

Als Jeschua (Jesus Christus) kam, begann er seinen Dienst mit folgendem Weckruf, der doch ganz ├Ąhnlich klingt, wie das Schofar:

ÔÇ×Die Zeit ist erf├╝llt, und das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!ÔÇť (Markus 1, 15)

Jeschua k├╝ndigte die beginnende K├Ânigsherrschaft Gottes an. Er als Messias Israels kam, um das j├╝dische Volk in dieses K├Ânigreich hineinzurufen und zur Nachfolge einzuladen.

Doch dazu war etwas ganz bestimmtes n├Âtig: Bu├če. Umkehr von Herzen. Eine Neuorientierung der Gedanken und Taten.

Der verlorene Sohn

Zu diesem Thema erz├Ąhlt Jeschua eine Geschichte:

ÔÇ×Ein Mensch hatte zwei S├Âhne. Und der j├╝ngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. Und nicht lange danach sammelte der j├╝ngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.

Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine gro├če Hungersnot ├╝ber jenes Land und er fing an zu darben und ging hin und h├Ąngte sich an einen B├╝rger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die S├Ąue zu h├╝ten. Und er begehrte, seinen Bauch zu f├╝llen mit den Schoten, die die S├Ąue fra├čen; und niemand gab sie ihm.

Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagel├Âhner hat mein Vater, die Brot in F├╝lle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe ges├╝ndigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn hei├če; mache mich einem deiner Tagel├Âhner gleich!

Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und k├╝sste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe ges├╝ndigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn hei├če. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine F├╝├če und bringt das gem├Ąstete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fr├Âhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fr├Âhlich zu sein.ÔÇť (Lukas 15,11-24)

Gott erh├Âht die Dem├╝tigen

Der j├╝ngere Sohn versucht sein Gl├╝ck anderswo zu finden. Er zieht hinaus in die weite Welt und kommt doch am Ende zu dem Schluss, dass es beim Vater am besten sei. Wenn wir uns von Gott entfernen, dann sind wir gl├╝cklich solange es uns gut geht und keine ernsteren N├Âte kommen. Doch dann f├Ąngt unser Herz sich an, nach Gott zu sehnen. Wir wagen es nicht einmal, so wie der Sohn in der Geschichte, als Kinder zu Gott zur├╝ckzukehren. Nein, wir kommen als S├╝nder und k├Ânnen einfach nur Gottes Knechte sein.

Der Vater in der Geschichte durchbricht unsere Schuldgef├╝hle und unsere Demut. Er gibt uns W├╝rde, obwohl wir sie nicht verdient haben. F├╝r ihn ist es wie Leben aus den Toten, wenn eins seiner Kinder sich auf den Weg macht umzukehren. Er feiert ein Fest, wenn ein S├╝nder zur├╝ckkehrt zu ihm! Wer sich vor Gott dem├╝tigt, wird von ihm erh├Âht werden.

An Rosch haSchana zelebrieren religi├Âse Juden die Kr├Ânung Gottes und l├Ąuten gleichzeitig die Zeit der Bu├če und Umkehr vor dem Vers├Âhnungstag ein. Lasst uns gemeinsam immer wieder zu Gott zur├╝ckkehren und auch andere dazu einladen:

ÔÇ×Die Zeit ist erf├╝llt, und das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!ÔÇť (Markus 1, 15)