Tagt├Ąglich berichten die israelischen Nachrichten von Gewaltt├Ątigkeiten auf dem Tempelberg. Islamische Gruppen wie ÔÇ×die Frauen in SchwarzÔÇť konfrontieren j├╝dische Besucher mit Rufen von ÔÇ×Allah ist der Gr├Â├čte!ÔÇť. Diese Spannungen sind entstanden aus einer ├ťberzeugung, die die Existenz eines j├╝dischen Tempels leugnet. Die arabische Welt stellt sich hinter diese Leugnung. Diese Theorie hat sich innerhalb der politischen F├╝hrungsetage der Pal├Ąstinensischen Autonomiebeh├Ârde im Zusammenhang mit der ersten Intifada von 1987 herausgebildet. Sie ist jedoch verwurzelt in der islamischen Reaktion auf die Wiedererlangung der Kontrolle ├╝ber den Tempelberg durch Israel im Sechstagekrieg von 1967.

Das Problem wird durch Unkenntnis der Fakten noch versch├Ąrft. Viele Juden und Nichtjuden nehmen zwar an, dass der j├╝dische Tempel einst existiert hat, glauben jedoch, dass ihn die Juden nach seiner Zerst├Ârung im Jahr 70 n. Chr. aufgaben und den urspr├╝nglichen Standort verga├čen. Aus diesem Grund sind viele der Meinung, dass die Juden andere Anbetungszentren auf dem ├ľlberg oder an der Westmauer einrichteten.

Ganz im Gegenteil haben die Juden jedoch eine ununterbrochene 2000-j├Ąhrige Verbindung zum Tempelberg aufrechterhalten. F. M. Loewenberg, emeritierter Professor an der Bar-Ilan-Universit├Ąt erkl├Ąrt hierzu:

Die Fakten st├╝tzen weder die eine noch die andere dieser Behauptungen. Die Zerst├Ârung des Zweiten Tempels im Jahre 70 n. Chr. bedeutete nicht das Ende aller j├╝dischen Aktivit├Ąten auf dem Tempelberg. ├ťber viele Jahrhunderte hielten die Juden eine physische Pr├Ąsenz auf dem Berg aufrecht. Auch beteten Juden dreimal t├Ąglich f├╝r die baldige Erneuerung des Opferdienstes in einem wiederhergestellten Tempel.

In Loewenbergs in der Middle East Quarterly Zeitschrift erschienenen Artikel ÔÇ×Haben die Juden den Tempelberg aufgegeben?ÔÇť verfolgt er die j├╝dische Verbindung zum Tempelberg im Lauf der Geschichte, wobei er aufzeigt, dass nicht nur eine j├╝dische Pr├Ąsenz an der St├Ątte aufrechterhalten wurde, sondern dass j├╝dische Gemeinden in Israel, mit denen sich andere j├╝dische Gemeinschaften aus der Diaspora zusammentaten, den Versuch unternahmen, den Tempel an diesem Standort wiederaufzubauen.

Heute ist die Altstadt von Jerusalem gr├Â├čtenteils mit Geb├Ąuden aus der Neuzeit bebaut, aber das erhabene, 35 Morgen umfassende offene Areal auf dem Berg Moria, umgeben von seinen urspr├╝nglichen herodianischen Mauern, ist erhalten geblieben.

Diese Fakten widerlegen popul├Ąre Theorien denen zufolge der Tempel an irgendeinem anderen Ort als dem heutigen Tempelberg stand. W├Ąhrend sich die Arch├Ąologen ├╝ber den Ort des Tempelbergs einig sind, diskutieren sie aber immer noch dar├╝ber, wo der genaue Standort des Tempels selbst war. Arch├Ąologen und Gelehrte haben die folgenden Theorien vorgebracht: die n├Ârdliche Sichtweise, die s├╝dliche Sichtweise und die zentrale Sichtweise.

All diese Standorte liegen nah beieinander auf dem heutigen Tempelberg, aber der genaue Standort des Tempels wird unterschiedlich ausfallen, je nachdem wo diese Experten das Allerheiligste verorten.

Die n├Ârdliche Sichtweise verortet diese St├Ątte bei einer kleinen muslimischen Kuppel, die als ÔÇ×Kuppel der GeisterÔÇť bekannt ist und 100 Meter vom Felsendom entfernt steht. Der f├╝hrende Verfechter dieser Sichtweise, der verstorbene Dr. Asher Kaufmann, behauptete, dass der Tempel hier schr├Ąg gegen├╝ber dem Osttor stand.

Kaufmann glaubte, dass dieser Ort direkt gegen├╝ber der St├Ątte auf dem ├ľlberg w├Ąre, wo die Zeremonie der Roten Kuh stattgefunden hatte. Gegner dieser Sichtweise behaupten, dass eine Verortung des Tempels in diesem Bereich nicht m├Âglich sei, weil dieser Bereich w├Ąhrend der Zeit des Ersten Tempels und der ersten Phase des Zweiten Tempels vom Betsaida-Tal durchschnitten wurde. Dem Historiker Strabo zufolge wurde dieses Tal sp├Ąter von Pompeius w├Ąhrend seines Feldzugs zur Eroberung Jerusalems im Jahre 63 v. Chr. aufgef├╝llt. Der Bau eines Geb├Ąudes an diesem Ort h├Ątte St├╝tzbauwerke erfordert, um einen Absturz des Tempels in die tiefe Schlucht zu verhindern. Es gibt aber keine historischen Quellen, in denen solche St├╝tzbauten erw├Ąhnt werden.

Die s├╝dliche Sichtweise verortet das Allerheiligste am Ort des heutigen Al-Kas-Brunnens, wo die Muslime ihre rituelle Waschung vorzunehmen pflegten, bevor sie sich in die Al-Aqsa-Moschee begaben, um zu beten. Die Ansicht, dass das Allerheiligste sich einst an dieser St├Ątte befand, wurde von dem Tel Aviver Architekten Tuvia Sagiv verfochten, der behauptete, dass der islamische Felsendom sowie noch fr├╝her zu datierende Strukturen, die durch eine Infrarotuntersuchung aufgedeckt wurden, tats├Ąchlich die ├ťberreste einer heidnischen Kulth├Âhe darstellten.

Dies schloss die Westmauer (Kotel) mit ein, von der er behauptete, sie w├╝rde mit den dar├╝ber befindlichen heidnischen Baulichkeiten in Zusammenhang stehen. Arch├Ąologische Arbeiten an der Westmauer haben jedoch gezeigt, dass diese nicht von Herodes dem Gro├čen, sondern von dessen Nachfolgern gebaut wurde und somit in einer vorangegangenen heidnischen Periode noch nicht existiert haben konnte. Zudem haben durch den islamischen Waqf im Jahre 2006 durchgef├╝hrte Bauarbeiten in der N├Ąhe des Felsendoms die ├ťberreste einer Mauer mit Keramik aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. zu Tage gebracht. Daraus hat man den Schluss gezogen, dass diese Mauer ein Bestandteil des im Frauenvorhof des Ersten Tempels befindlichen Hauses des ├ľls gewesen sein k├Ânnte.

Wenn dies der Fall ist, w├╝rde es daf├╝r sprechen, dass das Tempelgeb├Ąude sich im zentralen und nicht im s├╝dlichen Bereich befand.

Die Mehrheit der israelischen und ausl├Ąndischen Arch├Ąologen ist sich dar├╝ber einig, dass der zentrale Bereich, in dem heute der Felsendom steht, die beste Verortung des antiken Tempels darstellt. Dr. Leen Ritmeyer, der w├Ąhrend der Ausgrabungen am Fu├če des Tempelbergs von 1968 bis 1977 als arch├Ąologischer Architekt t├Ątig war, verteidigte diese Verortung. Arch├Ąologische Arbeiten, die eine gro├če Anzahl Zisternen an den s├╝dwestlichen und s├╝dlichen Mauern des Tempelbergs zu Tage gebracht haben, st├╝tzen ebenfalls diese Sichtweise.

Letztendlich belegen sowohl die historischen als auch die arch├Ąologischen Befunde eindeutig, dass der j├╝dische Tempel einst auf dem Tempelberg existiert hat. Aus diesem Grund wird der Tempelberg auch weiterhin umstritten bleiben, und die Gewalt wird auch weiterhin immer mehr zunehmen, bis Gott Seinen prophetischen Plan f├╝r das j├╝dische Volk erf├╝llt.

 

Quelle: www.chosenpeople.com; ├ťbersetzung: Peter Darby