Zehn Dinge, die Christen von den hohen Feiertagen lernen können

In jedem der 3 hohen j√ľdischen Feiertage – Rosch HaSchana (Neujahr), Jom Kippur (Vers√∂hnungstag) und Sukkot (Laubh√ľttenfest) steckt ein kostbarer Edelstein von dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. √úber den j√§hrlichen Kalender der heiligen Versammlungen helfen die levitischen Feste (Lev. 23) in ihrer Gesamtheit dem Leser zu einem tieferen Verst√§ndnis des Gottes Israels. Wir werden, wenn wir Gottes Versorgung und die Bewahrung seines Volkes feiern, Jahr f√ľr Jahr erinnert, dass derselbe Gott, der versprochen hat, Israel niemals zu verlassen, auch uns Vergebung und ewiges Leben als Geschenk zugesagt hat (Eph. 2, 8-9). Hier folgt eine Liste von wenigen Dingen, die Christen aus den Hohen Feiertagen lernen k√∂nnen:

1. Gott hat einen besonderen Plan f√ľr das j√ľdische Volk

Gott ist mit Israel und dem j√ľdischen Volk noch nicht am Ende! Im Gegenteil, Er hat weiterhin einen besonderen Plan f√ľr sein auserw√§hltes Volk. Der j√ľdische Kalender, in Levitikus 23 und besonders im restlichen Tanach wiederholt deutlich, dass Gott dem j√ľdischen Volk ‚Äěheilige Versammlungen‚Äú gegeben hat, um uns zum ‚ÄěLicht f√ľr die V√∂lker‚Äú zu machen (Lev. 23,1-3; Deut. 7,6-11; 1.K√∂n. 8,53; 59-61; Jesaja 42,6).

2. Gott ist ein Gott der B√ľndnisbeziehungen

Von den fr√ľhen Kapiteln des Buches Genesis an und durch die restlichen Schriften hindurch hat Gott sich immer als ein Gott der Beziehungen gezeigt – mit der Menschheit im Allgemeinen und speziell mit dem j√ľdischen Volk. Es begann mit den B√ľndnisschl√ľssen im Garten Eden (Gen. 2,15-17) und mit Adam (Gen 3,14-19), die mit der Menschheit geschlossen wurden. Der mosaische Bund mit den Kindern Israels beinhaltet die 613 Mitzvot (Gebote), in die das Einhalten der Feste Israels f√ľr alle Generationen mit eingeschlossen ist. Gott gab seinem tiefen Verlangen nach Beziehung Ausdruck, indem er Israel lehrte, wie es sich auf vielerlei Weisen zu ihm verhalten sollte. Die Herbstfeste als j√§hrliche Erinnerung an das j√ľdische Volk, Gott wieder in den Fokus zu nehmen, geh√∂ren dazu. Die Reihe der B√ľndnisse gipfelt in dem neuen Bund mit Israel (Jer. 31,31-34), der sich im Messias erf√ľllt hat.

3. Ein besseres Verst√§ndnis des j√ľdischen Volkes

Genesis 12,1-3 berichtet uns von Gottes Bund mit Abraham. In Vers 3 sagt Gott: ‚ÄěIch will die segnen, die dich segnen, und den verfluchen, der dich verflucht; und in dir sollen alle Geschlechte der Erde gesegnet werden.‚Äú Als bibelgl√§ubige Christen, die Israel lieben, segnen wir j√ľdische Menschen. Es gibt keinen gr√∂√üeren Segen als dem j√ľdischen Volk das Geschenk zu machen, das ohne Ende gilt: das Evangelium (R√∂m. 10,1-5; 11,11). Die Hohen Feiertage und ihr st√§ndiges Befolgen gew√§hren uns eine wunderbare Verbindung zu der j√ľdischen Gemeinschaft, durch die wir die Botschaft des Messias teilen. Wenn wir die Feste in Levitikus 23 studieren, lernen wir mehr √ľber das j√ľdische Volk und sind folglich dazu imstande, unsere Nachricht mutig und doch einf√ľhlsam zu vermitteln.

4. Die Laufbahn der Erlösung durch den Messias

Wir lernen nicht nur das j√ľdische Volk besser verstehen, wenn wir die Feste Israels kennen, sondern auch unser Verst√§ndnis des j√ľdischen Messias vertieft sich dadurch, da jedes der Feste ein spezifisches Ereignis in der Rettungsgeschichte Jeschuas, unseres Erl√∂sers, anzeigt. In gewisser Hinsicht offenbart sich Gottes gro√üer Plan in diesen Festen. Viele Gl√§ubige stimmen darin √ľberein, dass jede der levitischen heiligen Versammlungen durch ein spezifisches Ereignis erf√ľllt wurde oder noch erf√ľllt wird, und zwar in einer bestimmten Reihenfolge, dem prophetischen Werdegang des Messias. Wie die Fr√ľhlingsfeste durch seine erste Ankunft, so werden auch die Herbstfeste mit seinem zweiten Kommen erf√ľllt. Im √úbrigen kann uns die Reihenfolge der Feste im j√ľdischen Kalender einen gro√üartigen Einblick in die Abfolge der letzten Tage gew√§hren.

Das zweite Kommen des Messias
Rosch HaSchana (Neujahr) – das Trompetenblasen sagt die Endzeit voraus,
Jom Kippur (Versöhnungstag) Рdie große Bedrängnis,
Sukkot (Laubh√ľttenfest)¬† – das Tausendj√§hrige Messianische K√∂nigreich

5. Rosch HaSchana : Das j√ľdische Neujahr

Rosch HaSchana bedeutet ‚ÄěKopf des Jahres‚Äú, es ist auch als Posaunenfest bekannt und ist das erste der drei Herbstfeste. Das Thema von Rosch HaSchana ist die Versammlung und Bu√üe in Vorbereitung auf die anderen beiden Feste: Jom Kippur (Vers√∂hnungstag, der heiligste Feiertag des j√ľdischen Kalenders) und Sukkot (Laubh√ľttenfest). Mit Rosch HaSchana bereiten wir unsere Herzen auf die wundersch√∂ne Zeit der Hohen Feiertage vor (Lev. 23,23-25; Num. 29,1-6; Ps. 81,3-4; Ezra 3,1-6; Neh. 8,1-12). √úberall in der Welt blasen Juden das Schofar (Widderhorn). Seine prophetische Erf√ľllung erf√§hrt Rosch HaSchana in der Sammlung, die am Ende in der Entr√ľckung stattfindet (1.Thess. 4,13-18, 1. Kor. 15,50-58). Es ist wichtig zu beachten, dass die Entr√ľckung nicht an Rosch HaSchana stattfinden muss; die Bibel sagt eindeutig, dass wir den Tag oder die Stunde nicht wissen (Matth. 24,42-44; 25,13).

6. Jom Kippur, der Versöhnungstag

Jom Kippur ist der feierlichste der Hohen Feiertage. Er ist ein Fastentag und ein Tag der Dem√ľtigung (Lev. 16; 23, 26-32). Wie in Levitikus 16 beschrieben ist, war Jom Kippur der Tag, an dem alle S√ľnden Israels durch die j√§hrlichen Opfer vom Hohenpriester ges√ľhnt wurden. Zuerst schuf er f√ľr sich selbst die S√ľhne, indem er sowohl ein S√ľnden- als auch ein Brandopfer darbrachte (Lev. 16,3). Nachdem er f√ľr sich und die anderen Priester Gott geopfert hatte, war er bereit, ein Opfer f√ľr die Vers√∂hnung von ganz Israel zu bringen (Lev. 16,5-7). Daf√ľr wurden zwei m√§nnliche Ziegenb√∂cke gebraucht. Ein Bock wurde geschlachtet, der andere Ziegenbock als Asasel oder ‚ÄěS√ľndenbock‚Äú wurde in die W√ľste geleitet. Der Tradition zufolge wurde er von einem Felsen hinuntergesto√üen, sodass er starb und alle S√ľnde von Israel mitnahm, damit sie nie mehr erinnert werden konnten. Vor 2000 Jahren ist Jeschua zu unserem Asasel geworden (R√∂mer 5,8; 8,3). In Levitikus 23 wird das j√ľdische Volk dreimal dazu aufgefordert ‚Äěseine Seelen zu dem√ľtigen‚Äú. Die prophetische Erf√ľllung von Jom Kippur wird mit der gro√üen Bedr√§ngnis kommen, die als ‚Äědie Zeit der Tr√ľbsal Jakobs‚Äú bekannt ist. Das ist eine besondere Beschreibung der Leiden Israels w√§hrend der gro√üen Bedr√§ngnis (Sacharja 13,9; 12,10; Lukas 13,35).

7. Sukkot, das Laubh√ľttenfest

Sukkot bedeutet ‚ÄěH√ľtte‚Äú auf Hebr√§isch (Lev. 23,33-44; Ex. 23,14-17; Num. 29,12-38; 1. K√∂n. 8,2; 1. K√∂n. 12,25-33; Neh. 8,13-18). In Zeiten der Bibel wie auch heutzutage bauen die Juden sich provisorische Wohnst√§tten oder H√ľtten und essen (oder schlafen sogar) w√§hrend Sukkot eine Woche lang darin. Wir tun das als Erinnerung und um Gottes Versorgung und sein Wohnen mit den Kindern Israels w√§hrend der W√ľstenwanderung zu feiern. Auf Levitikus 23,40 aufbauend wurden bez√ľglich dessen, was heute als die ‚Äěvier Arten‚Äú bekannt ist, rabbinische Gesetze entwickelt. Jedes Jahr m√ľssen die Familien ihren eigenen Lulav oder ‚ÄěSpross‚Äú und Etrog oder ‚Äěeiner, der scheint‚Äú (die Begriffe sind in der Bibel nicht zu finden) f√ľr die Feier besorgen. Alle vier Arten werden zusammen gehalten und in vier Richtungen geschwenkt – nach oben, unten und zu den Seiten, was symbolisiert, dass Gott √ľberall ist.

Die prophetische Bedeutung von Sukkot sollte nicht √ľbersehen werden. Die Rabbiner lehrten, dass Gott eines Tages seinen Geist √ľber Israel ausgie√üen w√ľrde (Joel 2,28). In Johannes 7,37-39, am siebenten Tag von Sukkot, bezieht Jeschua, der Messias, das Ausgie√üen des Wassers auf sich und auf das Wasser des ewigen Lebens, das er gibt. Seine j√ľdischen Zuh√∂rer werden die Verbindung sofort erkannt haben. Weiterhin wird Jeschua, der als Gott im Fleisch unter uns wohnt, die endg√ľltige Erf√ľllung des Laubh√ľttenfestes bringen, wenn wir alle zusammen mit ihm in seinem kommenden Tausendj√§hrigen Reich wohnen werden (Sacharja 14,16-19). Petrus dachte bei der Verkl√§rung (Matth. 17,1-8) f√§lschlicherweise, dass Jeschua das K√∂nigreich schon gebracht habe und wollte drei H√ľtten errichten, je eine f√ľr den Messias, f√ľr Mose und Elia.

8. Gottes Verheißungen sind unumstößlich

Mit jedem dieser Feste liegt die zuk√ľnftige Erf√ľllung einer Verhei√üung Gottes an die, die ihr Vertrauen in den Tod und die Auferstehung des Messias zur Vergebung ihrer S√ľnden setzen. Gottes Verhei√üungen gegen√ľber Israel stehen unwiderruflich fest (Jer. 31,35-37; R√∂mer 9,1-5; 11,26-29), und unser Gott ver√§ndert sich nie (Hebr√§er 13,8). Wenn Gottes Verhei√üungen gegen√ľber Israel unab√§nderlich sind, k√∂nnen auch die Verhei√üungen an die Nachfolger des Messias nicht ver√§ndert werden. Sollte Gott eine Sinneswandel in Bezug auf Israel vollzogen haben, dann h√§tte unsere pers√∂nliche Beziehung zu ihm (die auch auf einem Versprechen basiert) keine Grundlage.

9. Gottes Erlösungsplan ist kein nachträglicher Einfall

Von der allerersten Prophezeiung eines Messias, die in Genesis 3,15 steht, f√ľhrte der Sch√∂pfer des Universums die Idee eines Erl√∂sers f√ľr die Menschheit ein. Das Bild, das fortw√§hrend in den j√ľdischen Schriften gemalt wird, ist das eines j√ľdischen Mannes aus dem Stamme Juda, der Linie Davids, sowohl Gott als auch Mensch, in Bethlehem von einer Jungfrau geboren (Gen. 3,15; 49,10; Jes. 7,14; 9,6-7; Micha 5,2), um nur einige Stellen zu nennen. Offensichtlich kann nur Jeschua von Nazareth die Beschreibung perfekt ausf√ľllen. Bilder von unserem Erl√∂ser finden sich auch in den Festen in Levitikus von Passa bis zum Laubh√ľttenfest, von seinem Tod bis zum Tausendj√§hrigen Reich. Gottes Liebe zu uns ist so gro√ü, dass er fortw√§hrend plante, einen Weg zu finden, wie wir gerettet werden k√∂nnten (Joh. 3,16).

10. Ein besseres Verst√§ndnis f√ľr das Wort Gottes

F√ľr die meisten Menschen, die die Bibel lesen, welche die Geschichte der Menschheit im Allgemeinen und mit Israel im Besonderen ist, scheint es, als s√§he man einen alten Film in schwarz-wei√ü, mit einigen, aber nicht allen Einzelheiten. Wenn wir jedoch die Bibel aus einer j√ľdischen Perspektive lesen, verstehen wir so viel mehr, weil wir den Blickpunkt des Autors, der Zuh√∂rerschaft und den historischen und geographischen Hintergrund begreifen. Der Film bekommt auf der Stelle Farbe und Details, von deren Existenz wir nichts wussten, und erscheint pl√∂tzlich auf der Bildoberfl√§che. Der levitische Kalender ist nicht nur einfach eine Erinnerung an Gottes heilige Versammlungen f√ľr die Kinder Israels; er gibt auch ein lebendiges Bild von Gotte Liebe, Gnade und Versorgung f√ľr das j√ľdische Volk und den Rest der Menschheit wieder. Er hilft uns, nicht nur das j√ľdische Volk besser zu verstehen, sondern auch dessen Gott, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – unseren Gott und sein Wort.

 

√úbersetzung eines Artikels von Olivier Melnick